|

|
 |
|
auch:
Aloe vera und viele andere Aloe-Arten |
|
__________________________________________________
a
Botanischer Name
|
|
Aloe barbadensis und viele andere Aloe-Arten
|
|
__________________________________________________
a
Verwendete
Pflanzenteile
|
Das Gel in den Blättern.
Bei Fertigprodukten wird häufig das gesamte Blatt verwendet. Dann enthält
das Mittel auch das Harz (Aloin), das stark abführend ist. |
|
__________________________________________________
a
Sammelzeit
|
Alle wild wachsenden Aloe-Arten unterstehen dem Artenschutz!
Wenn die Blätter groß genug sind.
|
|
__________________________________________________
a
Inhaltsstoffe
|
|
Wasser, Aminosäuren, Mineralien, Vitamine,
Enzyme, Glykoproteine, Anthrachinon- und Anthrazen-Derivate (nur im
Blattharz = Aloin)
|
|
__________________________________________________
a
Beschreibung
|
|
In den letzten Jahren wurde
die Aloe zum Wundermittel hochstilisiert und hat dadurch
leider auch einiges an Ansehen verloren. Eigentlich ist die Aloe nämlich eine
wunderbare Heilpflanze, die schon sei etwa 1930 in Mitteleuropa verwendet
wird. In ihrer Heimat ist sie schon seit über 6.000 Jahren als Heilpflanze
bekannt. Die Aloe wächst normalerweise in
Wüstengegenden, ist in Mitteleuropa also nicht heimisch.
Ursprünglich stammt Aloe
wahrscheinlich aus dem Sudan und der arabischen Halbinsel. Heute findet
man die Pflanze im gesamten südlichen Mittelmeergebiet, in Asien,
Nordafrika und im Nahen Osten.
Das Gel, das in den Blättern gespeichert
wird, hat mannigfaltige Heilwirkungen, vor allem auf die Haut.
Obwohl die Aloe aussieht wie ein Kaktus,
ist sie eine Lilien-Art. Es gibt ca. 500 verschiedene Aloe-Arten,
sie wachsen jedoch alle ursprünglich in wüstenartigen Gegenden. Der Name "Aloe" kommt aus dem Arabischen
und bedeutet "bitter", denn die Schicht zwischen Blatt-Außenwand und Gel
schmeckt bitter.
Die Pflanze hat meistens keinen Stamm und
wächst mit bis zu 20 Blättern rosettenartig direkt aus dem Boden. Die
Blätter werden bis zu 50 cm lang, sind dick und fleischig und etwa 6 cm
breit.
Man kann die Aloe recht gut zuhause im Topf
anbauen. In Baumärkten und Garten-Centern wird sie häufig angeboten
(leider nicht ganz billig). Sie braucht sandigen Boden, der gut entwässert
ist, weil sie ja eine Wüstenpflanze ist. Im Topf wachsend braucht die Aloe
Schatten; ist also für den Anbau im Haus durchaus geeignet. Wenn die
Blätter groß genug sind (bei Pflanzen über 2 Jahre alt), kann man sie bei
Bedarf abschneiden. Es sollten jedoch immer mindestens 12 Blätter
stehen bleiben, damit die Pflanze sich gut weiterentwickeln kann. Eine
Pflanze kann dann bis zu 10 Jahre alt werden.
|
|
__________________________________________________
a
Heilwirkung
|
|
Neuere, meist patentierte
Herstellungsverfahren sollen die Herstellung eines Gels ermöglichen, das
nahezu frei von Anthrachinonen ist. Das Gel enthält vor allem Wasser und
Polysaccharide sowie andere Verbindungen, z.B. Salicylsäure, eine
entzündungshemmende und schmerzlindernde Substanz. Das Gel wird daher zur
Behandlung von entzündlichen Hauterkrankungen, Verbrennungen und
Sonnenbrand verwendet. In der Kosmetikindustrie wird das Gel vor allem als
Feuchtigkeitsspender in Salben und Cremes eingesetzt. |
|
__________________________________________________
a
Anwendungsbeispiele
innerlich
Innerlich nur das Gel:
Stärkung des Immunsystems,
verschiedene Probleme des Magen-Darm-Traktes.
Innerlich mit dem Harz (mit Vorsicht zu genießen):
Verstopfung
Eingedickter Aloe-Saft:
Zur kurdauernden Behandlung der Obstipation
(Verstopfung): Der Saft enthält Dihydroxyanthracenderivate, die stark
stimulierend auf den Dickdarm wirken und die Darmpassage beschleunigen.
Dadurch kommt es zu einer Hemmung der Rückresorption von Wasser und
Elektrolyten. Die Wirkung tritt nach 10 bis 12 Stunden ein! Die Bedeutung
der anthrachinonhaltigen Abführmittel ist heutzutage stark
eingeschränkt und es gelten wie für die anderen anthrachinonhaltigen
Pflanzen (z.B. Rhabarber, Faulbaum)
spezielle Anwendungsbeschränkungen, da sie im
Verdacht stehen, kanzerogene Wirkungen zu besitzen (s.Hinweise).
Zur innerlichen Anwendung werden meist Zubereitungen
verwendet, die der Apothekenpflicht unterliegen. Die individuell richtige
Dosis entspricht der Menge, die ausreicht, einen weich geformten Stuhl zu
erhalten. Als Einzeldosis wird eine Menge entsprechend 10 mg
Hydroxyanthracen-Derivate abends eingenommen. Die maximale Tagesdosis
beträgt der Menge entsprechend 40 mg Hydroxyanthracen-Derivate.
|
|
|
|
__________________________________________________
a
Anwendungsbeispiele äußerlich
|
Verbrennungen (Sonnenbrand)
schlecht heilende Wunden
Geschwüre
Insektenstiche
Ekzeme
Unreine Haut
HautirritationenDas Gel wird drei bis fünf mal täglich großzügig
auf die Haut aufgetragen. Das Gel muss frisch zubereitet oder ein
entsprechend stabilisiertes, im Handel erhältliches Präparat verwendet
werden. |
|
__________________________________________________
a
Verwendung in der
Küche
|
|
nichts bekannt |
|
__________________________________________________
a
Sonstige Tipps
|
|
Keine bekannt |
|
__________________________________________________
a
Warnhinweise
|
|
Nicht während Schwangerschaft oder Stillzeit oder
während der Menstruation anwenden!
Nicht bei Kindern unter 12 Jahren anwenden!
Nicht anwenden bei Nierenerkrankungen, entzündlichen Darmerkrankungen,
Darmverschluss oder Bauchschmerzen unbekannter Ursache!
Nur anwenden, wenn die Verstopfung auf andere Maßnahmen, z.B.
Ernährungsumstellung, Einnahme von Quellmitteln wie z.B. Leinsamen , nicht
anspricht!
Nicht in höheren Dosen oder länger als eine Woche anwenden!
Eine Anwendung in höherer Dosierung oder über längere
Zeit bewirkt eine Störung des Elektrolythaushalts führt insbesondere zu
Kaliumverlusten. Ein Kaliummangel führt wiederum zur Obstipation, so dass
eine Abhängigkeit entstehen kann. Anthrachinone stehen außerdem im
Verdacht, krebserzeugend zu wirken.
Bei anhaltender Verstopfung oder
Stuhlunregelmäßigkeiten oder unklaren Beschwerden im Magen-Darm-Bereich
ist eine Abklärung der Ursachen durch einen Arzt erforderlich! Nicht ohne
ärztlichen Rat anwenden bei Einnahme anderer Arzneimittel,
die zu Kaliumverlusten führen können, wie z.B.
Diuretika, Cortisonpräparate, süßholzwurzelhaltigen Arznei- oder
Lebensmittel (Lakritze) oder von Arzneimitteln, bei denen ein
Kaliumverlust schwere gesundheitliche Folgen haben kann, wie z.B. die
Einnahme von herzwirksamen Glykosiden zur Behandlung einer
Herzinsuffizienz oder von Medikamenten zur Behandlung von
Herzrhythmusstörungen.
Insbesondere bei höherer Dosierung kann es zu krampfartigen
Magen-Darm-Beschwerden kommen.
Während der Behandlung kann eine Rotfärbung des Harns auftreten, die
jedoch unbedenklich ist.
Gel:
Nicht während der ersten Wochen auf der Haut anwenden nach einer
Dermabrasion oder chemischen Peeling!
Aloe Vera Gel sollte nicht innerlich angewendet werden, da die Wirksamkeit
nicht belegt ist und es möglicherweise Anthrachinonverbindungen enthalten
kann.
In Einzelfällen kann es zu
Überempfindlichkeiten (Allergien) kommen. Personen, bei denen eine
Überempfindlichkeit gegenüber Liliaceen-Arten bekannt ist, sollten Aloe
Vera nicht anwenden.
|